An unsere Aktionärinnen und Aktionäre

Solide finanzielle Entwicklung trotz Frankenstärke

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

Mit Optimismus und Zuversicht ist unsere Unternehmensgruppe ins Geschäftsjahr 2015 gestartet. Durch die starke Aufwertung des Schweizer Frankens rückten die ursprünglichen finanziellen Zielsetzungen für 2015 mit einem Umsatzwachstum von 5–7% und einer Steigerung der Betriebsgewinnmarge bereits zu Beginn des Jahres in unerreichbare Ferne. Durch die negativen Währungseffekte wurde das Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2015 um rund CHF 47 Mio. geschmälert.

Von der ungünstigen Währungsentwicklung betroffen sind unsere Produktionswerke in der Schweiz. Sie erarbeiten eine hohe Wertschöpfung und haben auch ihre Kostenbasis in der Schweiz. Die SFS intec AG z.B. exportiert über 95% ihrer Marktleistungen und fakturiert diese fast ausschliesslich in Euro. Da SFS im Wettbewerb mit Unternehmen steht, die ihre Kostenbasis nicht in der Schweiz haben und deshalb kein Währungsexposure tragen, konnten unsere Verkaufspreise nur in Ausnahmefällen erhöht werden.

Rasche Reaktion, wirksame Massnahmen, engagierte Mitarbeitende

Um die negativen Auswirkungen der Frankenstärke kurzfristig zu begrenzen, wurden in der Schweiz zahlreiche Massnahmen ergriffen. Beispielsweise wurden Arbeitszeiten erhöht, die Ferienansprüche reduziert und die Kompensation der obersten Führungskräfte gekürzt. Wir haben uns entschieden, als mittelfristig wirksames Programm die schweizerischen Standorte noch vermehrt auf innovative Spitzenleistungen, technisch höchst anspruchsvolle Produktionsaufgaben und kapitalintensive Herstellprozesse auszurichten. Aufgaben, die diesen Kriterien nicht entsprechen, werden kontinuierlich an andere Standorte der SFS Group übertragen.

Ein wichtiges Ziel war es auch, die hohe Auslastung der Kapazitäten in der Schweiz zu sichern und deutliche Produktivitätsgewinne zu erzielen. Dank des guten Eingangs an Neuaufträgen und der Initiative aller Mitarbeitenden konnten diese Ziele erreicht werden. Die erforderlichen Strukturanpassungen konnten ohne ­beschäftigungsbedingte Entlassungen vollzogen werden. Die erzielte deutliche ­Verbesserung der Ergebnisse im zweiten Semester belegt die Wirksamkeit der ergriffenen Massnahmen. Wir sind weiterhin zuversichtlich, aus der Schweiz im Weltmarkt kompetitiv auftreten zu können.

Segment Engineered Components

Das Segment Engineered Components erzielte in Lokalwährungen ein Wachstum von 6.1%. Zu diesem Wachstum beigetragen hat vor allem die Division Automotive dank wichtigen Neuaufträgen und dem Hochlauf von Neuprojekten. Ertragsmässig musste diese Division aufgrund der ungünstigen Währungsentwicklung Rückschläge hinnehmen. Gemessen in Schweizer Franken erhöhten sich die Umsätze um 1.8%. Gut gearbeitet haben auch die Divisionen Electronics und Industrial. Dank guten Produktivitäts­gewinnen und geringerem Währungsexposure konnten sie trotz des harten Preiswettbewerbs ihre Ertragskraft auf einem guten Niveau halten.

Segment Fastening Systems

Das Segment Fastening Systems erzielte in Lokalwährungen ein ansprechendes Wachstum von 4.9%, zu dem beide Divisionen beigetragen haben. In Schweizer Franken resultierte dagegen ein Umsatzrückgang von 2.9%. Während die Division Riveting (ohne Standorte in der Schweiz) von der Schwäche des Euro profitierte, wurde die Division Construction von der Währungsentwicklung erheblich getroffen. Im Rahmen der Strukturanpassung wurde ein wichtiger Logistik-Hub aus der Schweiz in die Tschechische Republik verschoben, was zur geplanten Ergebnisverbesserung beitragen wird. Im Herbst 2015 wurde mit dem Unternehmen Ludwig Hettich Holding GmbH & Co. KG (HECO Gruppe), DE-Schramberg, eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Befestigungstechnik für den konstruktiven Holzbau, verbunden mit dem Aufbau einer Minderheitsbeteiligung, vereinbart.

Segment Distribution & Logistics

Das Segment Distribution & Logistics ist fast ausschliesslich auf den Markt Schweiz ausgerichtet. Dennoch wirkte sich der Frankenschock auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung aus. Trotz des Gewinns von wichtigen Neukunden hat sich der Umsatz um 3.1% zurückgebildet. Aufgrund der Preis- und Wettbewerbsdynamik, die sich nach dem 15. Januar 2015 entwickelte, sah sich SFS unimarket gezwungen, den Kunden gegenüber Preiskonzessionen zu machen. Auch die stark nachlassende Nachfrage von Kunden aus der Industrie wirkte sich ungünstig auf die Geschäftsentwicklung aus.

Einmaleffekt in der Erfolgsrechnung

Aufgrund von Anpassungen der reglementarischen Beiträge und Leistungen der SFS Pensionskasse in der Schweiz resultiert ein positiver einmaliger und periodenfremder ­Effekt auf das Betriebsergebnis (EBITA) von CHF 15 Mio. In den Vorjahren zulasten der Erfolgsrechnung gebildete Rückstellungen mussten im Berichtsjahr wegen der Anwen­dung von IAS 19r und der oben aufgeführten Anpassungen erfolgswirksam aufgelöst werden. Dieser Effekt ist in der Segmentrechnung in der Spalte «Übrige» ausgewiesen.

Veränderungen in der Konzernleitung

Per 1. Januar 2016 übernahm Jens Breu die CEO-Funktion von Heinrich Spoerry. Heinrich Spoerry wird sich fortan auf die Aufgaben des Verwaltungsratspräsidenten konzentrieren. Damit entspricht die Führungsstruktur der SFS Group den in der Schweiz üblichen Standards für die Corporate Governance.

Dank

Unsere Mitarbeitenden haben im Jahr 2015 hervorragende Leistungen erbracht. Die Kreativität, die Leistungsbereitschaft und das Know-how der Mitarbeitenden in allen Teilen der SFS Group waren entscheidend für die erzielten Fortschritte. Wir danken den Menschen, die SFS ausmachen, für ihren engagierten und kompetenten Einsatz. Ein spezieller Dank gilt den Mitarbeitenden in der Schweiz für ihre Bereitschaft, mit verlängerten Arbeitszeiten und reduzierten Ferienansprüchen einen Beitrag zur Kompensation der währungsbedingten Wettbewerbsnachteile zu leisten.

Wir schätzen die kontinuierliche und loyale Unterstützung unserer Aktionäre, die unserem Unternehmen Stabilität und Nachhaltigkeit verleihen. Wir danken unseren Kunden für ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft, uns als Partner in ihre Projekte einzubeziehen.

Auszahlung an die Aktionäre

Basierend auf den erzielten Ergebnissen, der guten Liquidität sowie der soliden Bilanz beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Auszahlung von CHF 1.50 pro Aktie aus Kapitaleinlagereserven. Die Auszahlung ist für natürliche Personen mit Steuersitz in der Schweiz frei von Verrechnungs- und Einkommenssteuern.

Ausblick in das Geschäftsjahr 2016

Durch die ergriffenen Massnahmen, die nun zunehmend Wirkung erzielen, können die ungünstigen Auswirkungen der Aufwertung des Schweizer Frankens teilweise kompensiert werden. Basierend auf der Annahme unveränderter Wechselkurse rechnen wir für 2016 mit einer Steigerung des konsolidierten Umsatzes um 2–4% sowie einer Verbesserung der normalisierten Betriebsgewinnmarge (EBITA-Marge) von 12.5%
auf 13–14%.

Heinrich Spoerry
Präsident des Verwaltungsrats
CEO bis 31.12.2015

          

Jens Breu
CEO ab 1.1.2016